Wie Musicanyya unterrichtet
Was Musicanyya ist
Musicanyya ist eine kostenlose App, mit der du Klavier nach echten Noten lernst, gesetzt wie in einer gedruckten Partitur. Sie läuft in deinem Browser, ohne Konto: Dein Fortschritt bleibt in deinem Browser.
Ein Lernpfad führt Anfänger in kleinen Schritten vom ersten Ton bis zum ersten Stück. Er ist ein eingebauter Übungsbegleiter, der wie ein geduldiger Lehrer arbeitet: Er zeigt dir immer nur eine neue Sache und wartet, während du übst. Er prüft, welche Tasten du spielst und wann, und er ersetzt keinen Klavierlehrer.
Die Bibliothek hat Lektionen, Übungen und bekannte Stücke von Einführung bis Fortgeschritten. Ein paar Stücke, etwa Griegs Morgenstimmung, kommen mit einem Orchester, das mitspielt. Du kannst auch deine eigenen MusicXML-Dateien öffnen, und die App spricht sechs Sprachen.
Die Bibliothek hat Stücke von Mozart, Clementi, Beethoven, Burgmüller, Chopin, Brahms, Tschaikowsky, Grieg und Satie, und manche gibt es auch in einer einfacheren Fassung: Für Elise, WoO 59, In der Halle des Bergkönigs, Morgenstimmung und Menuett G-Dur, BWV Anh. 114.
Wie Musicanyya unterrichtet, in fünf Schritten
Jeder Schritt nennt den Teil der App, der ihn übernimmt. Probier die ersten vier mit der Ode an die Freude aus, einem kurzen Stück für Anfänger.
Anhören
Fang mit dem Modus Hören an. Er spielt die Partitur ab, während ein Cursor über die Noten wandert, so hörst du, wie das Stück klingen soll, bevor du selbst einen Ton spielst.
In deinem Tempo lernen
Beim Üben wartet die Musik auf dich: Sie geht erst weiter, wenn du die richtige Note spielst. Übe jeweils eine Hand, während du die andere hörst, und lass die Takte, über die du stolperst, in einer Schleife laufen. Nach drei falschen Versuchen zeigt dir die App die nächste Note.
Durchspielen
Wenn die Noten sicher sitzen, wechsle zum Modus Spielen. Der Einzähler und das Metronom geben den Schlag vor, und die Musik läuft weiter, so als würdest du jemandem vorspielen. Du stellst das Tempo genau in Schlägen pro Minute ein, von einem Viertel des notierten Tempos bis doppelt so schnell.
Sehen, was du verbessern kannst
Nach einem Durchgang zeigt die Bewertung jede Note: richtig, falsch, ausgelassen, zusätzlich, zu früh oder zu spät, und warum – zum Beispiel „Um 80 ms zu spät“. Sie zeigt, in welchen Takten die meisten Fehler waren, und mit einem Klick startet eine Übungsschleife über diese Takte.
Bestehen und weitergehen
Der Lernpfad beginnt auf der Startseite: 33 kleine Schritte in 8 Abschnitten, vom eingestrichenen c (c¹) bis zu einem Menuett G-Dur mit beiden Händen. Du bestehst einen Schritt bei halbem Tempo oder schneller, mit 80 % der Noten richtig und 70 % pünktlich – nicht erst, wenn alles perfekt ist. Wiederholungsstücke mischen, was du gelernt hast, und wenn ein Schritt nach drei Durchgängen nicht bestanden ist, schlägt dir der Lernpfad einen kleineren vor.
Die Prinzipien dahinter
Vormachen, begleiten, dann loslassen
Musicanyya folgt dem Muster „Ich mache es vor, wir machen es gemeinsam, du machst es allein“, mit dem Lehrkräfte arbeiten: Du hörst das Stück (ich mache es vor), der Modus Üben wartet und hilft (wir machen es gemeinsam), dann spielst du es allein (du machst es allein). Studien mit Musikschülern ergaben, dass es ihnen hilft, genauer zu spielen, wenn sie zuerst ein gutes Vorbild hören. [7] [9] [5]
Gezieltes Üben
Musicanyya folgt dem Prinzip des gezielten Übens: ein klares Ziel, schnelle Rückmeldung und Zeit für das, was schwer ist. In einer Studie mit Pianisten zählte, wie sie übten, mehr als wie lange: Wer am nächsten Tag am besten spielte, hatte seine Fehler sofort korrigiert. Deshalb hält der Modus Üben bei einer falschen Note an, und die Bewertung zeigt dir deine schwächsten Takte und lässt dich sie in einer Schleife üben. [3] [2]
Klare, genaue Rückmeldung
Rückmeldung hilft am meisten, wenn sie genau sagt, was passiert ist (beim Üben wird jede Note markiert, während du sie spielst, mit einer Farbe und einer Form), und Rückmeldung nach einem ganzen Durchgang hilft dir, dich zu erinnern: Der Modus Spielen erklärt am Ende jede Note. [4] [11]
Kleine Schritte, immer nur eine neue Sache
Lernen gelingt besser, wenn eine große Aufgabe in Schritte zerlegt wird, die du bewältigen kannst, ohne zu viel Neues auf einmal. Jeder Schritt des Lernpfads für Anfänger bringt eine neue Sache und nutzt nur, was vorher kam: Er beginnt beim eingestrichenen c (c¹) und der Fünffingerlage in C-Dur, übt das Notenlesen in Tonschritten und Terzsprüngen und nimmt dann die Tonart G-Dur dazu. [13] [12]
Langsam, mit genauem Tempo, in kleinen Abschnitten
Langsamer spielen und an einem kleinen Teil arbeiten helfen dir, eine schwierige Stelle zu lernen. Du stellst das Tempo genau auf den Schlag pro Minute ein. Du kannst auch die rechte Hand, die linke Hand oder beide üben. [2]
Fingersätze, die zur Hand passen
Schmerzen beim Spielen sind unter Pianisten häufig, deshalb folgen die Fingersätze von Musicanyya der Forschung zu Fingersätzen, die zur Hand passen. Lektionen für Anfänger geben für jede Note einen Finger an, und bei jedem Stück für Lernende wird geprüft, dass es zu einer gewöhnlichen Hand passt. [6] [1]
Nichts gesperrt, keine Serien
Lernende üben meist lieber, wenn sie mitbestimmen können, was sie spielen. In Musicanyya ist nichts gesperrt, und es gibt keine Serien oder Punkte: Öffne jederzeit jedes Stück. [10] [8]
- Bragge, P., Bialocerkowski, A., & McMeeken, J. (2006). A systematic review of prevalence and risk factors associated with playing-related musculoskeletal disorders in pianists. *Occupational Medicine*, 56(1), 28-38.
- Duke, R. A., Simmons, A. L., & Cash, C. D. (2009). It's not how much; it's how: Characteristics of practice behavior and retention of performance skills. *Journal of Research in Music Education*, 56(4), 310-321.
- Ericsson, K. A., Krampe, R. T., & Tesch-Römer, C. (1993). The role of deliberate practice in the acquisition of expert performance. *Psychological Review*, 100(3), 363-406.
- Hattie, J., & Timperley, H. (2007). The power of feedback. *Review of Educational Research*, 77(1), 81-112.
- Henley, P. T. (2001). Effects of modeling and tempo patterns as practice techniques on the performance of high school instrumentalists. *Journal of Research in Music Education*, 49(2), 169-180.
- Parncutt, R., Sloboda, J. A., Clarke, E. F., Raekallio, M., & Desain, P. (1997). An ergonomic model of keyboard fingering for melodic fragments. *Music Perception*, 14(4), 341-382.
- Pearson, P. D., & Gallagher, M. C. (1983). The instruction of reading comprehension. *Contemporary Educational Psychology*, 8(3), 317-344.
- Renwick, J. M., & McPherson, G. E. (2002). Interest and choice: Student-selected repertoire and its effect on practising behaviour. *British Journal of Music Education*, 19(2), 173-188.
- Rosenthal, R. K. (1984). The relative effects of guided model, model only, guide only, and practice only treatments on the accuracy of advanced instrumentalists' musical performance. *Journal of Research in Music Education*, 32(4), 265-273.
- Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. *American Psychologist*, 55(1), 68-78.
- Salmoni, A. W., Schmidt, R. A., & Walter, C. B. (1984). Knowledge of results and motor learning: A review and critical reappraisal. *Psychological Bulletin*, 95(3), 355-386.
- Sweller, J. (1988). Cognitive load during problem solving: Effects on learning. *Cognitive Science*, 12(2), 257-285.
- Wood, D., Bruner, J. S., & Ross, G. (1976). The role of tutoring in problem solving. *Journal of Child Psychology and Psychiatry*, 17(2), 89-100.
Was Musicanyya prüft, und was nicht
Musicanyya weiß, welche Tasten du spielst und wann, auf den Bildschirmtasten oder deinem MIDI-Keyboard, und vergleicht das mit den Noten. Nur das prüft die App. Sie kann nicht sehen, welchen Finger du benutzt oder wie du sitzt, und sie beurteilt weder deinen Anschlag noch, wie laut du spielst oder wie lange du eine Note hältst. Dabei kann dir eine Lehrkraft helfen, die dir beim Spielen zusieht.
Musicanyya ist also ein eingebauter Übungsbegleiter, der wie ein geduldiger Lehrer arbeitet – für die Noten und ihr Timing, zwischen den Unterrichtsstunden oder allein. Musicanyya ergänzt einen Klavierlehrer und ersetzt keinen.
Was du brauchst
Die Modi Hören, Üben und Spielen funktionieren in jedem modernen Browser: Du kannst auf den Bildschirmtasten üben, mit dem Finger oder der Maus. Ein MIDI-Keyboard, das mit deinem Computer verbunden ist, braucht einen Browser mit Web MIDI, zum Beispiel Chrome oder Edge.
Wer Musicanyya macht
Musicanyya wird von Niralynx (niralynx.com) entwickelt und betrieben.
Die berühmten Stücke sind gemeinfreie Werke. Die meisten stammen aus den freien Ausgaben des Mutopia Project, die Freiwillige nach alten gedruckten Noten gesetzt haben, und eines wurde für Musicanyya nach einem eingescannten Druck von 1899 übertragen; jedes Stück nennt seine Quelle. Die leichteren Bearbeitungen behalten die Melodie einer gemeinfreien Ausgabe, die jede von ihnen nennt, und die Lektionen und Übungen sind für Musicanyya geschrieben. Jede Partitur wird durch genaue automatische Tests geprüft – dass sie zu einer gewöhnlichen Hand passt, dass sie zu ihrer Stufe passt und, bei Stücken, dass sie ihrer Quelle treu ist – und von einem Musiker freigegeben, bevor sie in die Bibliothek kommt.